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Bezirksliga

SV Holzminden
-
1. Herren

13.08.2017
15.00 Uhr


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Historie
SV Alfeld - von 1914 bis 1945
Anfnge

Fuball in Alfeld das war bei der Entstehung eine Sache der Arbeiter. Heute trgt die SVA das Grndungsjahr 1858 mit im Namen, aber der Verein, auf den dieses Datum zurckgeht, hatte mit Fuball anfangs nichts zu tun. Die Ursprnge des 1858 gegrndeten Mnner-Turn-Vereins Alfeld (MTV) lagen im brgerlichen Milieu. Turnen war, wie in ganz Deutschland, die erste Sportart, die sich in Alfeld etablierte. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Alfelder Arbeiter-Fuballvereine gegrndet wurden, wurden diese von den vorhandenen brgerlichen Turnvereinen misstrauisch beugt. Als erster Fuballklub wurde Hertha 1912 gegrndet. Die Niederschsische Volkszeitung schrieb am 21. Februar:

Ein neuer Fuballklub, der den Namen Hertha tragen soll, ist krzlich, wie wir auf Ersuchen mitteilen, in der Brgerschnke zu Alfeld gegrndet worden. Es traten ihm sofort 15 junge Leute bei, unter ihnen eine Anzahl in Wettkmpfen erprobter Spieler. Als Vereinslokal wurde die Brgerschnke bestimmt, wo an jedem Freitag Versammlungen stattfinden sollen. Eine Statutenfestsetzung erfolgt in der nchsten Versammlung. Der provisorische Vorstand besteht aus den Herren Langlotz (Vors.), Ritterbusch (Kassierer) und Quednau (Schriftfhrer). Die Genannten sind jederzeit bereit, Neuanmeldungen von jungen Leuten, die sich fr das Fuballspiel interessieren, entgegenzunehmen.

Dass dieser Club ein Arbeiterverein war beweist ein Blick ins Adressbuch, das, leider als Einzigen, den genannten Karl Ritterbusch als Fabrikarbeiter ausweist. In einigen Darstellungen wird auch schon von einem Verein namens Hohenzollern berichtet, der fr kurze Zeit vor der Hertha existierte. Dafr lassen sich allerdings keine Beweise finden. Kurze Zeit spter grndete sich ein weiterer Verein, und zwar durch die Ortsgruppe Alfeld des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes, so dass es bald zum ersten Derby auf Alfelder Boden kam:

NVZ vom 29. Juni 1912 Fuballwettspiel. Am kommenden Sonntag nachmittag wird zwischen den beiden hier bestehenden Fuballklubs, dem Klub Hertha und dem von der Ortsgruppe Alfeld des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes ins Leben gerufenen Fuballklub Alfeld von 1912 ein Wettkampf stattfinden. Das Spiel wird auf dem im Perk belegenen stdtischen Spielplatze ausgekmpft werden und nachmittags 3 Uhr beginnen. Die Veranstaltung drfte gewi zahlreiche Freunde des Fuballsports herbeilocken.

Das erste Derby konnte der Fuballklub von 1912 fr sich entscheiden, wobei die Fuballberichterstattung der NVZ sehr gewhnungsbedrftig klingt:

NVZ, 3. Juli 1912 Fuball-Wettkampf. Am letzten Sonntag fand ein Fuball-Wettkampf zwischen dem Fuballklub Hertha und dem Alfelder Fuballklub von 1912 statt. Letzterer wurde durch Forderung ins Feld gerufen und zeigten die Spieler auf beiden Seiten trotzdem der Fuballsport erst vor kurzem am hiesigen Platze ins Leben gerufen wurde ein reges Interesse. Dem Fuballklub Hertha gelang es in der zweiten Halbzeit 1 Tor zu erzielen, whrend von dem Gegner in der ersten und zweiten Halbzeit je 1 = 2 Tore errungen wurden. Der Alfelder Fuballklub von 1912 siegte somit 2:1. Nach diesem Spiele fand ein Kommers statt, woran sich die Spieler rege beteiligten.

Beide Vereine drften nur kurz bestanden haben und fusionierten noch vor dem 1. Weltkrieg zum FC Union. Wann genau lsst sich nicht sagen. Ihr erstes Spiel bestritten die so genannten Unionisten am 29. Juni 1913 gegen den FK Nordstemmen, sie siegten 4:0.

Die Weimarer Republik

Doch im Grunde startet die Fuballgeschichte Alfelds erst nach dem 1. Weltkrieg ab 1919. Neben dem Arbeiterverein Fuballclub Union grndete sich in diesem Jahr der ebenfalls nur Fuball spielende brgerliche Sportverein Eintracht. Zwischen beiden Vereinen herrschte zwar eine groe Rivalitt, jedoch nicht zu vergleichen mit Derbys im heutigen Ligabetrieb, da die Clubs fr verschiedene Milieus standen und aufgrund verschiedener Verbandszugehrigkeiten nicht in Pflichtspielen aufeinander trafen. Trotzdem gab es wohl Freundschaftsspiele zwischen Union und den Blauen der Eintracht, schon deshalb, weil sich dadurch groe Einnahmen erzielen lieen. Kurz nach der Grndung der Eintracht kam auch die Idee zur Fusion auf, die jedoch durch die verschiedenen Verbandszugehrigkeiten verworfen wurde.

NVZ vom 5. Oktober 1920: In der Generalversammlung des Fuballclubs Union gab der Vorsitzende unter Punkt Verschiedenes bekannt, dass der hiesige Fuballverein Eintracht an ihn herangetreten sei, mit dem Ansinnen, eine Verschmelzung der beiden Fuballvereine herbeizufhren. Eintracht stellte aber die Bedingung: Verschwinden des Namens Union und Austritt aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. Von der Versammlung wurde einstimmig beschlossen, nichts darauf zu erwidern, und dem Vorstand das Recht entzogen, mit dem Fuballverein Eintracht auf irgendeiner Basis zu verhandeln.

Dass die Eintracht berhaupt so ein Angebot machen konnte, lag daran, dass Union Probleme hatte, gesellschaftlich anerkannt zu werden. ber die Anfnge des Fuballs berichtete die Alfelder Zeitung 1978:

Im Jahre 1912 hatten die Alfelder Brger noch nicht viel vom Fuball gehrt oder gesehen. Viele Widerstnde waren da zu berwinden. Es gab noch keinen so sportfreudigen Magistrat. Auf einer einfachen Wiese im Perk wurde der Sportplatz hergerichtet. Eine Wiese, die bei jedem Hochwasser der Leine nicht bespielbar war. Der Verein verpflichtete sich, in Eigenarbeit immer wieder den Platz in Ordnung zu bringen. Eine kleine Bretterbude nahm die Tore, noch beweglich, Fahnen und Kreidekarren fr den Spielbetrieb auf. Vor jedem Spiel muten die Tore neu aufgestellt und nachgemessen werden. Kleinere Differenzen mit den Nachbarn waren an der Tagesordnung. Schlachtermeister Karl Elze hatte mal wieder den Ball, der auf seine Wiese geflogen war, beschlagnahmt. Nach lngerem Palaver gab er den Ball wieder frei. So gab es auch ltere Brger am Perktor, die beim Vorbeigehen der Fuballmannschaften die Gardinen zuzogen und meinten, da es nicht schn sei, mit nackten Beinen am Sonntagnachmittag die Lein- und Perkstrae zu betreten. Gendarm Petri solle kommen und alle Fuballer einsperren.

Neben Union und Eintracht wurde Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre noch im MTV und in den neu gegrndeten Clubs SV von 1925 und Rotsport Fuball gespielt, allerdings weniger erfolgreich. Vom fuballerischen Knnen her nahm der Fuballclub Union die Vormachtstellung ein. 1924/25 errangen die Spieler, deren Markenzeichen lngstgestreifte Trikots waren, mit einem 2:1-Sieg gegen Union Linden in Hannover auf dem Waterlooplatz die Bezirksmeisterschaft des Bezirks Hannover. Im Anschluss daran spielte man gegen andere Bezirksmeister die damals so genannte Kreismeisterschaft aus. Die Gegner waren damals Vereine, die teilweise auch heute noch bekannt sind: Bremerhaven 93, Germania Wilhelmshaven, VfL Osnabrck; VfB Bielefeld und Bremen-Buntentor. Allerdings konnte man in diesem Wettbewerb nicht gewinnen. Weitere Hhepunkte dieser Zeit waren 1928 zwei Spiele gegen Weikirchlitz-Teplitz. Die Mannschaft spielte 1928 in folgender Aufstellung: Karl Simon, Eberhard Hellmuth, Fritz Probst, Heinz Scholt, Willi Nikulka, Hermann Deiters (Locke), Willi Bothe, Karl Phillip, August Sandvo, Karl Ftterer und Adolf Simon.

Um fr Entlastung der Perk-Sportanlage zu sorgen, wo neben Fuball auch Schlagball und Feldhandball gespielt wurde, begann die Stadt Alfeld, eine neue Sportanlage an der Ziegelmasch zu bauen, die 1935 eingeweiht wurde und wo die SVA noch heute spielt. Allerdings hatten die Nazis da schon in der Alfelder Vereinslandschaft aufgerumt und das Platzbelegungsproblem auf ihre Art behoben.

Alfelder Fuball im Dritten Reich

In Alfeld bestanden ab 1933 noch folgende Vereine: - Mnnerturnverein von 1858, dem 1931 der Fuballclub Eintracht beigetreten war - Sonnabend-Riege - Schwimmclub Poseidon - Turn- und Sportverein von 1884 (Tuspo). (Dieser letzte Verein hatte sich bereits 1929 durch den Zusammenschluss vom Sportverein von 1925 und dem Turnverein Jahn gebildet.) Die Vereine des Arbeiter- Turn und Sportbundes wurden verboten. Die bestehenden wurden in einen neuen Einheitsverband, dem Nationalsozialistischen Reichsbund fr Leibesbungen, eingegliedert. Unter gewissen Voraussetzungen (die allerdings beraus hart waren) durften ehemalige Mitglieder des ATSB in die weiter bestehenden Sportvereine eintreten: 1. Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung, da sie keine Beziehungen mehr zu marxistischen Organisationen haben. 2. Beibringen eines polizeilichen Fhrungszeugnisses. 3. Gestellung zweier Brgen (diese drfen nicht aus einem marxistischem Verein stammen und mssen vor dem 1. Januar 1933 einem nationalen Verbande [als solche gelten alle Organisationen der NSDAP und des Stahlhelms] angehrt haben). Alle bisher aufgenommenen Marxisten haben obige Bedingungen nachtrglich sofort zu erfllen. Die Zahl der bisher aufgenommenen und noch aufzunehmenden ehemaligen Marxisten darf vorerst 20% der Gesamtmitgliederzahl des Vereins nicht berschreiten.

Die Fuballer der Union nahmen diese Chance, in anderen Vereinen unterzukommen, wahr und traten fast geschlossen zum Tuspo ber, nur ein Bruchteil ging zum MTV. Das Verschwinden der Arbeitersportvereine in Alfeld beweist das Programmheft der am 17.-25. Juni 1934 in Alfeld stattfindenden Braunen Messe Deutsche Woche. Das Sportturnier im Rahemen dieser Veranstaltung weist nur noch drei teilnehmende Alfelder Vereine aus, nmlich MTV, Tuspo und Sonnabendriege. Die Arbeitersportvereine, wie Turnklub und Union, waren bereits von der Bildflche verschwunden.

Fuball wurde in der Nazi-Zeit in Alfeld recht erfolgreich gespielt. Der Tuspo schaffte im dreimal in Folge die Meisterschaft und stieg zweimal auf, bis in die Bezirksklasse, was damals die zweithchste Spielklasse unter der Gauliga bedeutete. Der Verein war ab 1936 der einzige Alfelder Club, in dem Fuball gespielt wurde, da die Fuballsparte des MTV 1936 aufgelst wurde. Zur Klassenzugehrigkeit kurz vor dem Krieg lsst sich allerdings nur gesichert sagen, dass der Tuspo 1938, laut AZ vom 8. Mai, in der Bezirksklasse Gttingen spielte. In Alfeld erfolgte im Jahr 1942 der Zusammenschluss der Vereine MTV, Sonnabend-Riege und Schwimmclub Poseidon zum Verein fr Leibesbungen von 1858. Dazu muss allerdings angemerkt werden, dass dieser Zusammenschluss natrlich auch zustande kam, damit in der Kriegszeit berhaupt noch so etwas wie organisierter Sport betrieben werden konnte. So waren VfL und Tuspo auch die letzten beiden Sportvereine, die zum Ende des II. Weltkrieges noch existierten.
 
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